Foren Kaltenbrucher Krieg Das Lehen Berwald…..

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  • Iefan
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    Es war kein kleines Dorf was all die Jahre erbittert sich festgeklammert hatte. 300 Seelen zählte diese Ansammlung an Häusern und Türmen, welche von Holzpalisaden umzäunt wurden. Das Feuer der Schmieden brannte heiß, ebenso die Öfen welche das Brot backten. Die vielen Metzger des Ortes hatten Hochkonjunktur, Fleisch wurde von den Knochen geschabt und Tiere gehäutet. Ein Dorf das für sich selbst genommen überleben konnte und es viele Jahre lang getan hatte. 10 Jahre war es nun her das die Herren dieser Ländereien zum letzten Mal gekommen waren. Der dritte Krieg hatte das Land gebrochen, das Syndikat hatte sich ebenso ausgebreitet wie die Verlassenen. Doch diese Menschen hier waren überraschenderweise verschont geblieben: Zuwenig Ressourcen bot ihr Land, zu schwierig war es zu erreichen. Eine einzige Straße durch den Wald hindurch, vorbei an vielen Bären welche nichtahnende Reisende überfallen konnten. Der Wald wimmelte davon, und so oft wie es Bärenfleisch auf dem Teller der Einheimischen gab konnte man fast von einem Luxusleben sprechen. Es waren einfache Menschen, Förster, Jäger, Hundezüchter. Keine Magier, keine reichen Händler. Den Priester des Dorfes hat vor vielen Jahren eine Krankheit dahin gerafft, seitdem kümmert sich ein Schreiber von Außerhalb um die Dokumentation der Dorfchronik. Ein einzelner Mann, den vor nichtmal drei Jahren es hierher verschlagen hatte und der sich das Vertrauen der Anwesenden Männer und Frauen verdient hatte. Er unterrichtete die Kinder des Dorfes, schloss Ehen und las die Messen. Kein Mann des Glaubens, aber das gute Herz des Dorfes.

    So geschah aber nun etwas Unerwartetes. Einige Reisende kamen immer wieder in das Dorf um zu rasten oder zu handeln. Sie erzählten Geschichten von nah und fern: Von einer Fremden Welt in der gekämpft wurde. Vom Tod des verhassten Prinzen Arthas Menethil. Von einem Krieg auf einer fremden Insel. Der letzte Reisende hatte von einem Feldzug berichtet, von einem Kampf um eine Feste der Verlassenen. Das Haus Hekate war zurückgekehrt, hieß es. Die Männer des Dorfes waren skeptisch…oft hatte es das schon gehießen. Am Ende waren es Scharlatane gewesen oder Lügner, Männer welche noch nicht einmal das Wappen des Hauses benennen konnten. Mit Stolz erzählten die Ältesten des Dorfes von ihren jungen Jahren, damals als sie Henry Harrison Hekate gedient haben oder seinem Sohn, dem edlen Lord Howard. Die Treue ans Haus Hekate war fest in der Bevölkerung verankert, doch umso fester die Treue war umso resignierter wurde man über die Jahre. Man hatte das Gefühl vergessen worden zu sein.

    Es kündete nicht von Vergessen als eine einzelne Gestalt die Straße entlang ritt. Ein Mann, großgewachsen und von kräftigem Körperbau. Er trug eine Rüstung aus geschwärztem Stahl, ritt an der Seite eines Karrens auf dem Drei Begleiter saßen. Ein alter Helm saß auf dem Kopf des Mannes, Hörner an den Seiten was diesem Stück Metall etwas Barbarisches gab. Schwert und Schild sowie die Sporen eines Ritters sprachen von seinem Stand, sein Wappen auf der Brust war nur allzu bekannt. Der Karren mitsamt seinem Begleiter fuhr in das Dorf hinein, die Menge begann sich zu sammeln. Es wurde begonnen zu tuscheln, Neugierige Köpfe reckten sich als jener Mann auf dem Dorfplatz seinen Helm abnahm. Dichter Bart kam zum Vorschein, langes Haar und scharfe Augen. Blaue Augen welche die Menge begutachteten. Das Pferd war von edler Zucht, kräftig und wohlgenährt.

    „Bürger Berwalds! Wer spricht für euch?“

    Vernahm man die Laute Stimme des Mannes. Es gab etwas Unruhe…keiner wollte vortreten und mit diesem Fremden Mann sprechen. Nach einiger Zeit vernahm man das Klopfen eines Stocks, ein Mann trat aus der Menge.

    „Ahriman aus dem Berwald mein Name, ich bin Schreiber dieses Ortes. Wer seid ihr Fremder Ritter?“

    Jener richtete seine Augen auf den Mann, er stieg aus dem Sattel und ging auf jenen Mutigen Schreiber zu. Seine Augen musterten ihn….ein unsportlicher, normaler Körperbau. Weder Fett noch schlank, ein gestutzter Bart und ein leicht mitschwingender, Bekannter Akzent. Er griff nach der Satteltasche des Pferdes, holte ein Stück Pergament hervor und rollte dies auseinander. Mit lauter Stimme, verkündete der Ritter den Text des Pergaments.

    „Volk von Berwald! Lady Heltai Harley Hekate, erste ihres Namens, Gräfin von Kaltenbruch, Erzmagierin der Kirin Tor ist in das Land ihrer Väter und Vorfahren zurückgekehrt! Das Land Kaltenbruch wurde vom Übel der Verlassenen befreit, die alten Zeiten brechen erneut an. Auch Berwald soll wieder Teil einer VEREINIGTEN Grafschaft werden! Gemeinsam lasst uns eben jenes Land wieder zu alter Größe führen!“

    Schweigen harrte einige Sekunden in der Luft….dann Jubel, Rufe, Fragen, ein lautes Durcheinander. Einige Männer und Frauen lösen sich aus der Menge, erst tritt wieder Stille ein als der Schreiber alle um Ruhe bat. Der fremde Ritter wies mit einem Arm auf den Karren den er bei sich führte, seine Augen wanderten über die Menge.

    „Ich bin Sir Iefan Ryder, der Wolf von Kaltenbruch. Mylady hat mir aufgetragen euch, dem ewig treuen Volke Berwalds, Geschenke zu überreichen! Frisches Gemüse und Obst, Stoffe und Werkzeuge! Ebenso wurde mir aufgetragen über euch zu wachen, als Lehnsherr dieses Land zu bewirtschaften und euch zu beschützen vor jedweden Gefahren an Leib und Leben!“

    Die Stille hielt nicht lange, dann begann erneut ein Chaos loszubrechen. Geschrei und Fragen, doch mehrheitlich Jubel das jene Adelsherren von früher wieder zurückgekehrt waren. Eine alte Vettel lief auf den Ritter schnellen Schrittes zu, stolperte und landete keuchend auf dem Boden. Ihr wurde aufgeholfen – von dem Schreiber der mit einem lautem Ruf für Ruhe wieder sorgte….er half der Frau auf die Beine und richtete den Blick auf den Ritter.

    „Sir Ryder. Wie ihr euch vorstellen könnt haben wir viele Fragen. Bitte, lasst eure Männer die Geschenke unter der Bevölkerung verteilen. Wir können die Formalitäten in einem gemeinsamen Gespräch klären.“

    „Wie ihr wünscht Herr Ahriman, nach euch.“

    Während das Volk mit großen Augen betrachtete, wie eben jener fremder Ritter zusammen mit dem bekannten Schreiber sich in Richtung des Rathauses zurück zog stellte sich ein junger Knecht auf den Karren, hob einen drallen Salatkopf empor und grinste in die Menge.

    „Die Geschenke des Hauses Hekate sind euer! Stellt euch an, die Handwerker Rechts die Frauen Links! Für jeden ist etwas dabei!“

    ——————————————————————————————————-

    Vorhänge wurden zur Seite gezogen, das Licht der Sonne brannte in das Innere. Pergamentbögen stapelten sich neben eingetrockneten Tinktenfässchen, Federn und Stempeln. Das Zimmer des Schreibers im Rathaus war ein Ort des Chaos – aber in diesem Chaos gab es eine gewisse Ordnung die sich umso mehr erschloss umso mehr Iefan das Zimmer betrachtete. Sein Gastgeber kochte gerade einen Tee auf, lange blickte er aus dem Fenster zu den erfreuten Bewohnern des Dorfes. Frauen zeigten einander die Stoffe welche sie erhalten haben und tauschten diese untereinander. Ein Metzger prüfte soeben die Schärfe eines Fleischerbeils an einem Stück Holz – das zufriedene Grinsen war bis hier hoch zu sehen.

    „Es war eine Lüge, die Geschenke sind von mir erworben. Mylady braucht ihre Ressourcen anderweitig wie ihr euch denken könnt.“

    Der Schreiber lächelte, von Anfang an hatte Iefan gewusst das er hier keinen dummen Mann vor sich hatte. Mit offenen Karten zu spielen würde das ganze bedeutend einfacher machen, grad da jener Mann einen guten Draht zu der Bevölkerung hatte. Er wandte sich um, schritt zu seinem Tee um die Kräuter darin mit einem Löffel heraus zu fischen.

    „Mylady Hekate hat fast 10 Jahre sich nicht um Kaltenbruch gekümmert, nun ist sie zurück und sendet sogleich einen Statthalter zu uns? Hier in ein Dorf das von dem Verkauf von Holz und Fellen lebt? Ihr müsst Mylady wohl erzürnt haben.“

    „Sie hat mir diesen Ort als Anerkennung für meine Dienste geschenkt. Berwald soll den Osten Kaltenbruchs verteidigen, es bietet reiche Wälder und viel Wild zum Jagen Herr Ahriman. Dazu war die Bevölkerung immer loyal gewesen.“

    „Oh das war sie ja“

    Meinte der Schreiber lachend, reichte dem Ritter die andere Tasse Tee. Dankend trank jener einen kleinen Schluck davon.

    „Mit Geschenken alleine werdet ihr aber nicht auf ewig die Gunst des Volkes auf eurer Seite haben. Ihr seid ein Fremder, ein Adeliger noch dazu. Der Bürgermeister des Dorfes war immer ein Mann von hier gewesen, ein Jäger, Hundezüchter oder Förster. Jetzt einen Fremden Lehnsherrn direkt vor Ort zu haben wird einigen nicht gefallen.“

    „Ich hatte nie die Erwartung das es einfach wird Herr Ahriman. Doch war es der Wille Lady Hekates, dass dieses Land das meinige ist – ich werde keinerlei Aufrührerisches Gedankengut dulden.“

    Das Glucksen des Schreibers zeugte nicht von Furcht, ebensowenig wie Iefan nach jenen Worten wie ein Tyrann wirkte. Es war eine Selbstverständlichkeit die Umstände zu akzeptieren. Erneut linste der Schreiber auf das Pergament des Ritters. Siegel, Unterschrift, alles war korrekt und deckte sich mit den Aufzeichnungen des Rathauses.

    „Das Rathaus steht lange schon so gut wie leer Sir Ryder, es wird vorerst wohl eine angemessene Unterkunft für euch sein. Sicher wird auch ein guter Bursche im Dorf euer Diener sein können – was sind eure weiteren Schritte? Was hat Lady Hekate mit Kaltenbruch geplant?“

    Wieviel er offenbaren konnte? Wieviel wusste Iefan selbst? Nicht viel – Myladys Feldzug war erfolgreich gewesen und nur wenig Land war noch nicht in der Hand der Familie. Um seine Position zu festigen musste er das Vertrauen der Leute gewinnen.

    „Ich werde zuallererst das Land bereisen – die Grenzen feststellen und die Möglichkeiten mir zeigen lassen. Ein erfahrener Jäger oder Förster soll mich führen, er soll es nicht bereuen. Mylady wird Kaltenbruch wieder aufbauen und es zu einem Bollwerk der Allianz im Norden machen. Wo es möglich sein soll werden wir den Außenhandel forcieren – die Pelze der Bären Berwalds werden ebenso wie das Holz den Reichtum der Anwohner mehren. “

    Nachdenklich strich sein Gegenüber sich durch den Bart. Es waren große Worte, sehr große Töne. Der Wind wehte hinein in das Zimmer, ließ das Pergament flattern und draußen hörte man die Menge Sprechgesänge skandieren. Womit ließ sich am besten das Volk, die Menschen ködern? Mit Geschenken.

    „Ich gedenke dazu nicht hier auf ewig zu residieren. Die Pflichten am Hofe der Lady nehmen mich sehr in Beschlag, ich brauche also einen Vertrauenswürdigen Mann der in meiner Abwesenheit hier die Geschäfte führt. Einen….Landsmann.“

    Das Lächeln des Schreibers wurde breiter, Wölfisch geradezu als er verstand worauf sein Gegenüber hinaus wollte. Eine Hand streckte sich dem Ritter entgegen, eine Hand umgriffen wurde.
    So begann ein langes Gespräch über das Land Iefan Ryders – Berwald. Ein nicht so kleines Dorf das die Möglichkeit einer goldenen Zukunft hatte.

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