Die Bibliothek

Die ehrwürdige Bibliothek

 Auf dem Weingut im Haupthaus, inmitten all der diversen Holztüren des langen Flurs in Richtung der Gemächer der Hausherrin, findet sich eine reichverzierte, hölzerne Türe mit keinem sichtbaren Schloss. Der Rahmen aus alten Ranken, blicken einen diverse geschnitzte Tierköpfe an, Wolf, Panther, Bär, flankiert von Schlangen, darüber thront mittig ein Greifvogel, der dieses Gebilde eher wie ein Kunstwerk erscheinen lässt.

Sofern die Hausherrin den Zugang gewährt, öffnet sich die schwere Türe nur behäbig, laut knarrend, dahinter eröffnet sich ein dunkler Gang, alte steinerne Stufen, zur linken an der Wand ein Fackel, immerwährend brennend, die nur eine Vermutung zulässt wie tief die Stufen hinabführen. Man kann das alte Pergament riechen, die Luft von unten die einem entgegenweht ist schwer, als ob das Wissen der Jahrhunderte sich auf den Besuchen legen würde.

Die Wände zur linken und rechten Seite der Stufen, geziert von allerlei Gemälden, wilder Kampfszenen, Gesichtern und Stillleben. Ein jedes angenehm anzusehen und doch haben sie teils etwas gespenstisches, beobachten einen die Augen darin, scheint einer der Kämpfer einzuhalten und den Besucher selbst zu beobachten.
Je tiefer man gelangt umso weiter öffnet sich der Gang, man hat das Gefühl von murmelnden Stimmen, aufgeregt sprechen sie von alten Zeiten, oder doch der Zukunft? Die Luft ist nicht warm – nicht kalt, nur leicht moderig – alte Bücher eben. Hier und da tatsächlich ein Spinnwebe, aber sonst nichts, außer am Ende der Treppe der erste Raum. Hohe Decke, angefüllt mit Regalen, fein säuberlich aufgereihten Folianten und zwei Schreibtischen. Eine vergitterte Türe führt wohl weiter hinein.

Die Regale reichen teils bis zur Decke, einige aber auch mit einem Gitter verschlossen, durchaus scheinen einige der Folianten ein Eigenleben zu haben. Jeder der Wissen sucht wird es hier wohl finden können, jeder der sich traut die alten Seiten aufzuschlagen wird erstaunt sein, und doch wird nicht jeder diese Hallen betreten oder gar lebend verlassen können.

Was tiefer lauert wissen nur die wenigsten, doch eines vermag man sagen zu können: Der Meister ruht nicht – er sammelt und lässt sammeln, er bewahrt und verwahrt.

*ein recht abgegriffener Foliant liegt gut sichtbar auf dem Schreibtisch, ein Bereich für Schüler wie es scheint*

Schulen der Magie steht auf dem Einband